22 Sep
Torfestival an der Kaufbeurer Straße
Mit einem deutlichen 6:1-Heimerfolg gegen den TSV Buching/Trauchgau setzt der TSV Obergünzburg seinen starken Saisonstart fort.
24 Sep
1. Mannschaft
Unser neuer Spielertrainer über seinen Weg zum TSV und Vorstellungen für die kommende Saison
Martin, herzlich willkommen als neuer Trainer beim TSV Obergünzburg! Nach vielen Jahren im Profifußball und Stationen als Trainer im höherklassigen Fußball übernimmst du nun unsere erste Mannschaft als Spielertrainer. Wie kam der Kontakt zustande und was hat dich am TSV gereizt?
Der Kontakt zum TSV war eigentlich schon ab dem ersten Tag da, als wir nach Obergünzburg gezogen sind. Durch meine Jungs war schnell klar, dass ich in der Jugend als Trainer unterstützen möchte. So war ich sehr schnell integriert. Als es dann in Kottern nicht weiterging, war Segi sehr „einfühlsam“. Er hat mich noch am Tag meiner Entlassung beim Jugendtraining abgepasst und gefragt, ob ich mir Obergünzburg als nächste Trainerstation vorstellen könnte.
Ich fand die Strukturen im Verein von Anfang an super und wurde vom ersten Tag an herzlich aufgenommen – nicht nur auf dem Platz, sondern auch außerhalb, zum Beispiel auf den zahlreichen Dorffesten. Außerdem wollte ich auf jeden Fall noch ein bisschen Fußball spielen. Alles in allem war es für mich deshalb eine sehr einfache Entscheidung.
Viele im Ort kennen dich bereits. Stell dich trotzdem noch einmal kurz vor: Wer ist Martin Dausch und was macht dich – auf und neben dem Fußballplatz – aus?
Das ist eine super Frage, die eigentlich ganz einfach zu beantworten ist. In erster Linie bin ich ein absoluter Familienmensch. Ich bin stolzer Papa von drei tollen Jungs und habe mit Lisa eine Frau an meiner Seite, die mich seit vielen Jahren in jeder Situation unterstützt. Sie ist mit mir quer durch Deutschland gezogen, hat alle Höhen und Tiefen meiner Karriere miterlebt und war dabei immer mein größter Rückhalt.
Auf und neben dem Fußballplatz durfte ich in den vergangenen Jahren viele Erfahrungen sammeln. Genau diese möchte ich heute weitergeben – sei es an meine Mannschaft, an junge Spieler oder generell an Menschen, mit denen ich zusammenarbeite. Mir ist wichtig, Werte wie Teamgeist, Ehrlichkeit und Zusammenhalt vorzuleben und mit meiner Erfahrung einen positiven Beitrag zu leisten
Zuletzt warst du als Trainer beim TSV Kottern in der Bayernliga tätig. Worin unterscheiden sich die Aufgaben eines Trainers in der Bayernliga und in der Kreisliga?
Für mich ist vieles einfacher geworden. Die super Bedingungen hier in Obergünzburg machen es mir auf jeden Fall leichter als in Kottern. Außerdem nimmt mir Segi viel Organisatorisches ab. Krexe habe ich ja ohnehin an meiner Seite, sodass mir insgesamt sehr viel Arbeit abgenommen wird. Die Qualität ist natürlich nicht die gleiche, aber das machen die Jungs durch ihren Willen, ihre Leistungsbereitschaft und vor allem ihre Einstellung, neue Dinge zu lernen, mehr als wett.
Du wirst als Spielertrainer selbst auf dem Platz stehen. Welche Herausforderungen bringt diese Doppelrolle mit sich?
Das habe ich in Kottern auch schon ähnlich gemacht – nur, dass ich dort nicht ganz so viel gespielt habe. Mit Krexe habe ich für diese Rolle den perfekten Mann an meiner Seite. Ich kann mich komplett auf mich und das Geschehen auf dem Platz konzentrieren und weiß genau, dass sich Krexe um den Rest kümmert. Die Zusammenarbeit mit ihm ist super einfach, weil wir Situationen nahezu immer gleich einschätzen. So kann ich auf dem Platz lenken und er von außen.
Die Mannschaft hat sich unter Norbert Schwank in den vergangenen vier Jahren kontinuierlich weiterentwickelt und zuletzt eine starke Rückrunde gespielt. Wie möchtest du den erfolgreichen Weg der vergangenen Jahre fortsetzen?
Die Rückrunde war natürlich fantastisch. Der Punkteschnitt wird kaum zu toppen sein. Wir möchten die Jungs vor allem im Ballbesitz und taktisch weiterentwickeln. Hier haben wir noch sehr viel Potenzial und Luft nach oben. Wobei alle extrem schnell dazulernen und die Dinge annehmen, die wir vorgeben und gemeinsam umzusetzen versuchen. Das macht total viel Spaß.
Wie soll der TSV unter Martin Dausch aussehen? Was dürfen Mannschaft und Zuschauer von deiner Spielphilosophie erwarten?
Spielphilosophie ist ein großes Wort. Für uns ist Fußball ein einfaches Spiel. Das heißt: Der Drei-Meter-Klatschball ist oft die bessere Wahl als der perfekte Pass durch vier Abwehrspieler in den Lauf des Stürmers. Das Spiel über viele Stationen ist natürlich anspruchsvoller, weil die Jungs vor allem ohne Ball viel mitdenken müssen. Das ist ein Prozess. Deshalb werden wir die bisherige Spielidee auch nicht komplett außen vorlassen.
Kommen wir zum wichtigsten Teil, dem Team. Welchen Eindruck hat die Mannschaft in den ersten Wochen auf dich gemacht?
Es macht total viel Spaß. Zusammen mit unserer zweiten Mannschaft sind wir im Training immer rund 30 Mann. Das ist super und ermöglicht uns, hervorragend zu trainieren. Die Jungs sind alle hungrig, wollen alles richtig machen und hängen sich in jeder Einheit voll rein, auch wenn die Beine mal schwer sind. Ohne Jammern, ohne Meckern – alle ziehen voll mit.
Welche Ziele hast du dir für deine erste Saison in Obergünzburg gesetzt?
In erster Linie möchte ich, dass die erste und zweite Mannschaft eine Mannschaft sind und wir uns Woche für Woche weiterentwickeln. Ich will, dass man vom ersten bis zum letzten Punktspiel einen klaren Unterschied in unserer Art, Fußball zu spielen, erkennt. Wenn das gelingt, kommt der Rest von ganz allein.
Mit Stefan Kröger steht dir ein erfahrener Mann als Co-Trainer zur Seite. Wie ergänzt ihr euch und wie sieht eure Zusammenarbeit aus?
Ich sehe Krexe nicht als meinen Co-Trainer. Krexe ist viel mehr als das. Egal, ob es Dinge auf oder neben dem Platz zu entscheiden gibt oder um die Taktikbesprechung vor, während oder nach dem Spiel geht – wir sprechen uns immer zuerst ab und treffen die Entscheidungen gemeinsam. Die Zusammenarbeit mit ihm macht einfach unfassbar viel Spaß und ich bin froh, dass ich ihn an meiner Seite habe.
Du hast sowohl als Spieler als auch als Trainer schon viel erlebt. Was war bisher dein größter Erfolg und welche Niederlage ist dir besonders in Erinnerung geblieben?
Da fange ich doch lieber mit dem Schlechten an, dann gehe ich mit einem guten Gefühl aus der Frage raus. Die wahrscheinlich mit Abstand größte Niederlage war das Relegationsspiel um den Aufstieg in die 3. Liga mit Saarbrücken gegen 1860 München. Nachdem ich mich im Abschlusstraining verletzt hatte, konnte ich nicht einmal selbst spielen. Die Niederlage bedeutete schlussendlich das Ende meiner Profikarriere.
Schnell zum Positiven. Da gab es zum Glück ganz viele Momente. Ich gehe am besten chronologisch vor und hebe mal nur drei Spiele hervor.
1) Das Spiel zum Aufstieg in die 2. Bundesliga mit dem VfR Aalen gegen den VfB Stuttgart II. In diesem Spiel habe ich erst das 1:0 vorbereitet und dann per Elfmeter das 2:1 erzielt. Das Spiel war in Stuttgart und wir sind anschließend direkt mit dem Bus zum Rathaus gefahren, wo wir auf dem Balkon gefeiert wurden. Dort wartete gefühlt ganz Aalen auf uns.
2) Das Einweihungsspiel der „neuen“ Alten Försterei mit Union Berlin gegen Celtic Glasgow. Wenn ich daran denke, bekomme ich heute noch Gänsehaut.
3) Das Spiel zum Aufstieg in die 2. Bundesliga mit dem MSV Duisburg gegen Holstein Kiel vor über 30.000 Zuschauern in Duisburg – mit anschließendem Platzsturm der Fans.
Ok vielleicht noch ein letztes absolutes Highlight. Das war gegen den 1. FC Köln vor 50.000 Zuschauern. Hier bekamen wir in der Nachspielzeit das 2:1. Diese Lautstärke der Köln Fans und das Tor Lied „Denn wenn et Trömmelche jeht“ habe ich heute noch im Ohr. So kann auch eine Niederlage zu einem der schönsten Momente werden.
Als letzte Frage: Was wünschst du dir von der TSV-Familie und den Zuschauern für die kommende Saison?
Von der TSV-Familie wünsche ich mir, dass die erste und zweite Mannschaft noch enger zusammenrücken. Von den Zuschauern erhoffe ich mir vor allem, dass sie weiterhin zahlreich zu unseren Spielen kommen, uns unterstützen und auch dann hinter den Jungs stehen, wenn es mal nicht läuft. Schimpfen können sie dann mit Krexe, wenn sie sich trauen, oder mit mir.
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